Stopp heißt Stopp – Frauen Selbstverteidigungs-Workshop
Sich wehren können, wenn man angegriffen wird, das gibt Stärke und Mut. Insgesamt 17 Frauen und Mädchen nahmen am Selbstverteidigungskurs der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SC Unterpaffenhofen-Germering teil.

Am Anfang stand die Angst vor dem plötzlichen Übergriff. Wie gehe ich mit meiner Angst um? Was kann ich tun, wenn der „große Unbekannte“ plötzlich aus dem Gebüsch springt und mich bedroht?
Statistiken der Polizei zeigen, dass  sexuelle Übergriffe hauptsächlich im persönlichen Nahbereich passieren. Gerade da fällt es Frauen schwer – meist aus Höflichkeit – Grenzen zu setzen. Der Angriff des Unbekannten ist statistisch gesehen eher selten.
In dem 14-stündigen Wochenendkurs zeigten die beiden Referenten Ottmar Thalmeier und Astrid Grimm, Kursleiter Frauenselbstsicherheit, vom SCUG, den Teilnehmerinnen im Alter von 14 bis 60 Jahren, wie sie Gefahrensituationen erkennen, rechtzeitig Grenzen setzen und sich wirksam verteidigen können.
Wichtig ist es, dem potentiellen Täter durch selbstbewusstes Auftreten klar zu machen, dass man kein Opfer ist. Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sind die drei Säulen, auf denen das bewährte Konzept „Frauenselbstsicherheit“ des Deutschen Ju-Jutsu Verbands beruht.
Zu den präventiven Maßnahmen zählt das aufmerksame Beobachten der Umwelt, sich bewusst in fremden Räumen zu orientieren und sich darüber Gedanken zu machen, wo der Notausgang ist oder wo man sich im Ernstfall Hilfe holen kann.
Die Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, Situationen, in denen sie sich bisher unsicher fühlten, zu erproben. Verhalten in S- und U-Bahn und bei der Bedrohung durch eine Gruppe wurden durchgespielt. Gemeinsam konnten konstruktive Lösungen entwickelt werden. Dabei  wurde auch eingehend auf das Thema Zivilcourage eingegangen.
„Am Wichtigsten ist immer die eigene körperliche Unversehrtheit“, betonte Otti Thalmeier. Der Zollbeamte ist aus beruflichen Gründen Konfliktsituationen ausgesetzt und die Teilnehmerinnen profitierten von seinen Tipps zur Entschärfung von gefährlichen Situationen und Ratschlägen, oder wie sie einer bedrohten Person helfen können, ohne sich selbst zu gefährden.
Wenn sich eine Konfrontation trotz aller vorbeugenden Maßnahmen nicht vermeiden lässt, dann ist entschiedene Selbstverteidigung angesagt. „Wer sich zur Verteidigung entschlossen hat, muss mit aller Konsequenz handeln“, erklärte Astrid Grimm. Dies setzt einen starken Willen voraus. Übungen zur Willensschulung zeigten den Frauen, dass Aufgeben zuerst im Kopf stattfindet. So belegen auch die polizeilichen Statistiken, dass über 80 Prozent der Übergriffe durch die massive Gegenwehr der Frauen gestoppt werden konnten. Die Referenten trainierten mit den Teilnehmerinnen einfache, aber wirkungsvolle Selbstverteidigungstechniken, mit denen es möglich ist, sich gegen Angriffe effektiv zu wehren.
Am Ende des Workshops stieg Ottmar Thalmeier in den Schutzanzug. Nun konnten die Teilnehmerinnen ihre gelernten Verteidigungstechniken mit aller Kraft und Konsequenz einsetzen. Und da zeigte sich der Erfolg der beiden Tage. „Jetzt weiß ich, wohin ich schlagen muss, damit ich zumindest vor dem Angreifer fliehen kann“, sagte eine Teilnehmerin nach dem nur wenige Sekunden dauernden Kampf.

Aufgrund der großen Nachfrage findet am 23. / 24. April 2016 ein weiterer Workshop beim SC Unterpfaffenhofen-Germering statt.

Stopp heißt Stopp – Frauen Selbstverteidigungs-Workshop
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