Frauen SV – Frauen lernen sich erfolgreich zu wehren

Frauen Selbstverteidigungs-Workshop beim SC Unterpfaffenhofen-Germering, 23./24.4.2016

Frauen lernen sich erfolgreich zu wehren

Schlagen, schreien, beißen und treten – Frauen sind es nicht gewohnt zu raufen. Diese Tatsache kann im Falle eines Übergriffs zum Verhängnis werden. Wie man sich am besten verteidigt, lernten 12 Frauen Ende April bei einem Frauen Selbstverteidigungs-Workshop, der von der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SC Unterpfaffenhofen-Germering angeboten wurde.
Der Wochenendworkshop basiert auf den drei Säulen Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Gleich zu Beginn des Kurses zeigten die Referenten Ottmar Thalmeier und Astrid Grimm, dass die Angst vor dem großen Unbekannten, der plötzlich aus dem Gebüsch springt, nicht durch polizeiliche Statistiken belegt wird. In den meisten Fällen einer Vergewaltigung hatte der Täter eine Vorbeziehung zum Opfer oder kam sogar aus dem persönlichen Nahbereich der Frau. Auch ist es ein Klischee, dass Frauen sich bei einem Über-griff nicht wehren sollen, weil ja dann der Täter nur noch wütender wird. 84 Prozent der Täter brachen aufgrund der massiven Gegenwehr des Opfers die Tat ab.
Gemeinsam erarbeiteten die Frauen die Möglichkeiten, die sie haben, wenn sie befürchten, in eine brenzlige Situation zu kommen. Dabei zeigte sich, dass es eine Vielzahl von präventiven Maßnahmen gibt. Eine selbstbewusste Körperhaltung wurde im Themenfeld Selbstbehauptung geübt. „Wenn ich „Nein“ sage, wenn  mich etwas stört, bin ich dann nicht unhöflich?“, fragte eine Teilnehmerin. Dies ist ein zentrales Thema im Bereich der Frauenselbstverteidigung. Mädchen werden immer noch dazu erzogen höflich zu sein und ihre Bedürfnisse hinten an zu stellen. Aus diesem Grund fällt es Frauen schwer, ihre persönlichen Grenzen zu verteidigen. Manche Frauen erfahren im Kurs das erste Mal, dass es vollkommen legitim ist, klar und deutlich zu äußern, was ihnen nicht passt.
Wenn ein „Nein“ nicht genügt, dann muss die Frau ihre körperliche Unversehrtheit entschieden verteidigen. Dies kostet die größte Überwindung. Im Kurs wurden die Teilnehmerinnen spielerisch auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet. Zunächst mental durch Übungen zur Willensschulung und den Umgang mit der Angst. Ziel ist es, die Schockstarre durch die mentale Vorbereitung auf ein Minimum zu reduzieren. Dies gelingt, wenn klar ist, was im Falle eines Angriffs zu tun ist. „Euer Körper ist eure beste Waffe.“, sagte
Astrid Grimm und zeigte, wo sich die Schock- und Vitalpunkte am männlichen Körper befinden. Die Schläge oder Tritte reichen, um sich aus einem Angriff zu befreien und fliehen zu können. „Eure körperliche Unversehrtheit steht an erster Stelle.“, betonte Ottmar Thalmei-er. Allerdings ist es wichtig, nicht eher aufhören zu kämpfen, bis der Täter aufgibt.
Um dies deutlich zu machen, stieg Ottmar Thalmeier am Ende des Workshops in den gepolsterten Schutzanzug. Jetzt zeigte sich, dass jede Teilnehmerin an diesem Wochenende an Selbstvertrauen gewonnen hatte und sich selbstbewusst verteidigen konnte.

(Astrid Grimm, SC Unterpfaffenhofen-Germering)

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