Selbstverteidigung – 4 neue Kompetenzträger beim SCUG

Die Nachfrage nach qualifizierten Selbstverteidigungskursen ist bundesweit deutlich gestiegen. Insbesondere Frauen und Kinder wünschen sich Hilfestellungen zur Vermeidung gefährlicher Situationen und Handlungsempfehlungen für den Fall der Fälle. Ju-Jutsu, als eng am Notwehrrecht konzipiertes Selbstverteidigungssystem, bietet hier fundierte und qualifizierte Kurssysteme außerhalb des normalen Trainings in den Vereinen für ‚Nicht-Kampfsportler‘ an.

Die Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SCUG verfügt nun seit Mai über vier neue Kompetenzträger in Sachen Selbstverteidigung und kann damit der gestiegenen Bedeutung des Themas Selbstverteidigung verstärkt Rechnung tragen.

v.l. Uwe Wolff, Tanja Wolff, Sandra Aigner, Patrick Nieveler

Kursleiter „Frauen-Selbst-Sicherheit“

Bereits im April absolvierten Sandra Aigner, Tanja Wolff, Patrick Nieveler und Uwe Wolff erfolgreich die Kursleiterausbildung „Frauen-Selbst-Sicherheit“ des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV), durchgeführt vom Ju-Jutsu Verband Bayern (JJVB). Das Konzept fußt auf drei Säulen. Frauen lernen in den Kursen:

  • Prävention – Situationen besser einzuschätzen (z.B. Bauchgefühl, Täterstrategien), Gefahren zu erkennen und kein „Opfer-Typ“ zu sein.
  • Selbstbehauptung – „Nein“ zu sagen, klare Grenzen zu ziehen und die eigene Position zu behaupten.
  • Selbstverteidigung – Persönliche Grenzen konsequent zu verteidigen, Übergriffe abzuwehren und sich gegen gewaltsame Angriffe zur Wehr zu setzen.

Angeboten werden die Kurse in der Abteilung (als Wochenendkurse), in anderen Vereinen, aber auch an Volkshochschulen, in Firmen und sonstigen Einrichtungen.

Kursleiter „Nicht mit mir!“

In mehreren Wochenendkursen absolvierten Tanja und Uwe Wolff darüber hinaus die Kursleiterausbildung für Kinder-Selbstverteidigung beim JJVB in Altdorf bei Nürnberg. „Nicht mit mir!“ ist das durch den Deutschen Ju-Jutsu Verband initiierte, deutschlandweite, bundeseinheitliche Präventions-, Selbstbehauptungs– und Selbstverteidigungskonzept. Das Kurssystem richtet sich an Kinder und Jugendliche.

  • Prävention – Im Kursverlauf lernen die Kinder gefährliche Situationen zu erkennen und zu vermeiden und auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Was kann alles passieren? Welche Tricks wenden Täter an? Wo und wie kann man Hilfe erhalten?
  • Selbstbehauptung – Kann man einer unangenehmen/gefährlichen Situation nicht mehr entkommen, gilt es sich zu behaupten. Die Kinder lernen ihre Stimme und Körpersprache einzusetzen, um eine Eskalation zu verhindern oder eine Gefahr abzuwenden. Sie erfahren die eigene Stärke und lernen einen Sturz unverletzt zu überstehen.
  • Selbstverteidigung – In letzter Konsequenz erfahren die Kinder, wie sie sich aus Situationen befreien können, um wegzulaufen und Hilfe zu holen. Unter behutsamer Anleitung erlernen Sie eine Notfalltechnik, mit der sie sich notfalls auch gegen Erwachsene zur Wehr setzen können.

Angeboten werden die Kurse in der Abteilung, in anderen Vereinen, im Kindergarten (Vorschulkinder), an Schulen und Volkshochschulen.

„Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung“

Eine erstmalige und damit ganz besondere Qualifikation können Sandra Aigner und Patrick Nieveler vorweisen. Im November und Dezember 2016 fanden die deutschlandweit einmaligen Qualifizierungsmodule zur Seminarreihe „Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung“ des Bayerischen Ju-Jutsu Verbandes statt. Neben der Facharbeit erfolgten die schriftlichen und praktischen Prüfungen im Mai.

Mit der Ausbildung soll qualifizierten Sportlern der Selbstverteidigungssportart Ju-Jutsu die Möglichkeit geschaffen werden, institutionsüberreifend Seminare und Workshops zur Thematik „Gewaltprävention an Arbeitsplätzen“ anzubieten und durchzuführen. Außerdem sollen die Urteils- und Handlungssicherheit ausgebaut und unterstützt werden. Der Fokus liegt dabei nicht primär auf der Anwendung von Selbstverteidigungstechniken, vielmehr sollen nach Durchführung einer Gefährdungsanalyse kommunikative Konfliktlösungen und Deeskalationsstrategien zum Einsatz kommen.

Zielgruppen für das Seminarangebot der ausgebildeten Fachwirte sind Rettungsdienst und Feuerwehr, Sicherheits- und Bewachungsdienste, Pflegekräfte und Mitarbeiter von Kliniken und Krankenhäusern, Schulen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Verkehrsbetriebe und öffentliche Einrichtungen, Ämter und Behörden sowie Unternehmen.

Zusammen mit den beiden neuen Fachwirten verfügt die Abteilung Ju-Jutsu/Karate nun insgesamt mit 8 Kursleitern „Frauen-Selbst-Sicherheit“ und 5 Kursleitern „Nicht mit mir!“ über genug lizenzierte Kursleiter, um die Themen Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung über die Vereinsgrenzen hinaus kompetent und qualifiziert zu vermitteln.

Der nächste Selbstverteidigungskurs für Kinder findet bereits Ende Juni statt.

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